Patrizia Wiesner-Ledermann

Photography

Patrizia Wiesner-Ledermann (Ed.):

Wie bestimmt wird, wie gezeigt wird

Designer: Johannes Krtek

Fotografin: Patrizia Wiesner-Ledermann

Wien: elle-même 2018

1. Limitierte Auflage (8 Stück), 424 Seiten

mit 1 Schwarz/Weiß Abbildung

Französische Broschur, softcover

Breite: 17,5 cm

Höhe: 24cm

Wie bestimmt wird, wie gezeigt wird

In folgenden Bibliotheken Benutzbar:

Universitätsbibliothek, Wien (I-1612614)

La bibliothèque de l'École nationale supérieure de la photographie, Alres


Der Verlag elle-même startet sein Programm mit dem Titel Wie bestimmt wird, wie gezeigt wird - einer typisierenden Publikation, die zugleich die Richtung des Verlagsprogramms angibt: Es soll gezeigt und gesehen werden - elle-même publiziert Bücher über Bilder in kleinen Auflagen zum Ansehen.

Wie bestimmt wird, wie gezeigt wird enthält auf 424 Seiten den digitalen Text-Code (Base85) des Fotos am Cover – der Stockholms stadsbibliothek. Wir möchten hier ganz klar an der Oberfläche der sichtbaren Gegenstände bleiben und präsentieren Bild als Bild, Schrift als Schrift und Buch als Buch. Wir stellen den Stil - das wie etwas gezeigt wird - als nicht sprachliche Sinnerfahrung in den Fokus dieser Publikation.

 

Der Titel wurde für die Benutzung in Bibliotheken konzipiert und kann, je nach Standort, vor Ort eingesehen oder nach Hause entlehnt werden.

 

This book indicates the focus of the publishing house elle-même: We want to create books particularly for the eye. How it is determined, how it is shown contains the digital text code of the photograph on the cover, the Stockholms stadsbibliotek. The impossibility of recreating the image through reading (or seeing) the code, forces the eye to linger on the very surface of the paper. Thus the how it is shown of the visible, either as a photograph or as a text, becomes the core issue of this publication. By using the code as a metaphor for the conceptual content of the photograph, we raise the question of the readability of images and the possible transformation of sensual experiences into notions.

 

(2018) elle-meme.at

'Die Lettern sind erhaben' in Brailleschrift 2018

Brailledruck auf Karton 27x33,5 cm

7 Selbstportraits in einem Spiegel . Pro Bild wurde je eine der Silben

'Die-Le-ttern-sind-er-ha-beN' gesprochen 2018

Hahnemuehle Photo Rag auf Karton 27x33,5 cm

Die Lettern sind erhaben


Unaufgefordert oder selbst gewählt, Bilder stehen als nicht-begriffliche Kommunikationsmittel im täglichen Umgang gleichbedeutend neben Sprache und Schrift. Während für sehende Menschen Bildsinn und Bildbedeutung mehr oder weniger ,auf einen Blick‘ erfasst werden können, sind blinde und stark sehbeeinträchtigte Menschen von diesem Mehr an Information zumindest so lange ausgeschlossen, bis diese durch andere sprachlich vermittelt wird. Im Versuch ein Bild so zu beschreiben wie wir es sehen, für eine Person die nie einen visuellen Sinneseindruck erfahren hat, stoßen wir bald auf begriffliche Limitationen. Ebenso gestaltet sich ,das ins Bild bringen‘ von Sprache und Schrift als Herausforderung - beides jedoch nur insofern, als wir den Anspruch erheben, Bild und Wort als eine Art Gleichnis zu denken. In der Arbeit ,Die Lettern sind erhaben‘ beschäftige ich mich mit Limitationen einzelner Sinnesvermögen und deren Ausdrucksformen. Fraglich ist, welche Anteile eines Bildes durch Sprache, und umgekehrt, welche Anteile von Sprachlichkeit durch Bildgebung überhaupt adäquat Vermitteln lassen. Ist Schrift insofern erhaben, als wir mir ihr imstande sind, Sinn situationsunabhängig festzuhalten?

I 2017

(Foto: "Körtestraße, 1989" von Hugues erre)

HAHNEMUEHLE PHOTO RAG 5X7 CM

 

II 2017

(FOTO: "Erster Geburtstag, 1982"Aus dem Familienalbum)

HAHNEMUEHLE PHOTO RAG 5X7 CM

»Je suis ce que je vois«


"Nicht ich mache die Wahrnehmung, so wie sie ist, sondern die Wahrnehmung läßt mich so sein, wie ich bin."

Lambert Wiesing, Das Mich der Wahrnehmung. Eine Autopsie. (Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 2009), 118.